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Ich kann Dich nicht mehr sehen

197?/1996, Super-8-Film, 12 Minuten

IKDNMS

Ein Reproducts-Mitglied hat diesen Film geerbt – er dokumentiert eine Reise zurück in die Heimatstadt des Filmenden: Berchtesgaden. Die Aufnahmen präsentieren alle wichtigen Sehenswürdigkeiten dieses Landstrichs – vor allem aber seine Frau. Kinder hingegen tauchen niemals in diesem Film auf. Jahre nach dem Abbleben des Filmenden hat sich das Reproducts-Mitglied während eines Energy-Balancing-Seminars auf Anraten eines ägyptischen Psychologen mit einer uralten Technik an seinem Trauma abgearbeitet. Wie schon auf den Tempeln der Hatschepsut, die einfach zu groß waren, um sie zu schleifen, wurde ihr Name überall weggemeißelt. So wollte man ihre Macht aus der Vergangenheit in der Gegenwart löschen, damit sie in der Zukunft nicht mehr aus dem Jenseits ins Diesseits greifen konnte. In der Adaption dieser Methode bedeutete das für den Patienten, auf 8123 Einzelbildern des Films das Gesicht der Mutter mit einer äußerst feinen Nadel wegzukratzen. Der Kopf ist nunmehr nur noch eine vibrierende Krone aus Licht, die die Mutter in ihrem Strahlenglanz ganz verschluckt – und ihr doch die Schönheit zurückgibt, die ihr gebührt.

Der Film, sowie 23 Standfotos daraus, waren der Beitrag zu der Gruppenausstellung „Noch ist nichts zu sehen“ im Mai 2001 in der Berliner Galerie WBD.

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