1991, Ton-Diaschau mit Raumaromatisierung, 30 Minuten
Die „Tränenphiole I“ ist der erste Abschnitt eines Zyklus, der sich konsequent mit den grundsätzlichen Leiden von Körper und Seele befasst. Grundmaterial für diese Arbeit waren Kartengrüße aus Sanatorien und Kurorten an eine bettlägerige Dame.
Zu den Gesamtaufnahmen und Details der betreffenden Postkarten ist eine Tonaufnahme zu hören, in der eine ältere Dame die Texte auf den Rückseiten vorliest. Während der 30-minütigen Vorführung wird der Saal mit Kamillenöl bedampft.
Die Uraufführung dieser Meditation um Krankheit, Alter und Tod findet 1991 in der Ausstellung „für Digger“ im Hauptsitz der Deutschen BP statt. In dem mit neuester Technik ausgestatteten Konferenzraum sorgt die Bedampfung des Saals mit Kamillenöl während der Vorführung für eine sehr eindringliche Atmosphäre. Bei einigen Zuschauern führt dies zu Übelkeit und Depressionsschüben. Die „Arbeitsgruppe Kunst“ der BP um Herrn Freudenthal gelingt es jedoch, die Schadensersatzklagen wegen beschädigter Kleidung u.ä. durch Überzeugungsarbeit abzuwenden.