Es ist 73 Jahre her, dass in Bouches-du-Rhône bei Marseille, ein Mann namens Cyril Louis Goldbert das Licht der Welt erblickte. Er lebt heute, wie schon den meisten Teil seines Erwachsenenlebens, in England und fristet von der knappen Sozialhilfe ein bescheidenes Dasein, seit er 1975 seinen Job verloren hatte. Eine Jedermannsgeschichte aus dem Mutterland des Kapitalismus. Ungewöhnlich jedoch der Grund: Goldbert war auf der Toilette eines Bahnhofs mit einem Lastwagenfahrer erwischt und wegen „schwerer Anstößigkeit“ verurteilt worden. Doch auch davon hätte außer ein paar Freunden kaum jemand etwas mitbekommen – wäre sein Job unter dem Künstlernamen Peter Wyngarde nicht die Verkörperung des elegantesten Privatdetektivs aller Zeiten gewesen: Jason King. Ob in einem Pornokino wie Paul Reubens („Pee Wee’s Playhouse“), auf dem Transenstrich in LA wie Lee Tamahori („Stirb an einem anderen Tag“) oder auf einer Bahnhofsklappe wie Peter Wyngarde:
Das Publikum liebt die Exzentriker – aber wehe, sie tanzen aus der Reihe!
Heute wäre Peter Wyngarde wahrscheinlich etwas glatter dabei weggekommen und hätte uns noch viele grandios-irrsinnige Darbietungen geliefert. So fällt nun sein Pech des Zu-früh-geboren-Seins auf uns zurück, und wir müssen ein paar seiner alten Glanzstücke aus dem Keller holen. Das Fernsehmuseum zeigt eine Folge der legendären Serie Jason King und eine Folge der genialsten Serie aller Zeiten: The Prisoner – Nummer 6, in der Wyngarde eine besonders schleimige, aber pervers brutale Nummer 2 gibt.