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Horror Show

Wenn Unterhaltung zur Qual wird

Schuhschnüffler

Die flauschige Wohlfühlschlappen der großen Samstagabendshow passt heute an kaum noch einen eingeschlafenen Fuß - das Fernsehmuseum möchte nun in Erinnerung rufen, wie sich das damals anfühlte. Und um die Schrauben an diesem Spanischen Stiefel des Gute-Laune-Fernsehens richtig stramm zu ziehen, greifen wir zu einer Pilotfolge einer "großen Spielshow" der späten 90er Jahre, die es nie auf ihren eigentlichen Sendeplatz schaffte. Zu groß die Pannen, zu peinlich der Moderator, zu verquer das Konzept. Fernsehen weit oberhalb der Schmerzgrenze - das fanden auch die Verantwortlichen und ließen das Band im Giftschrank verschwinden. Jedenfalls bis zu dem Tag, als eine Kopie davon ohne Absender im reproducts-Briefkasten landete. Ein tragischer Abgesang auf eine längst vergangene Form, die Einäscherung, Leichenschändung und Grabmal für das Werk der großen Showmaster auf einen Streich ist. So gesehen eine beachtliche Leistung und damit wert, den Kristallisationspunkt für eine soziale Plastik der besonderen Art zu bilden.

Die zugehörige Abbildung zeigt den - aus Gründen der Pietät - nicht namentlich zu nennenden Showmaster dieser verbotenen Fledderei beim Schnuppern in seinen Schuhen, womit er zur Begrüßung des Publikums öffentlich prüfen wollte, ob noch etwas von seinen großen Vorgängern in den Stapfern zu riechen sei, in die er nun treten wollte.

Es sollte ein Witz sein, um das Eis zu brechen - doch da war das Titanictretboot schon unaufhaltsam im Sinken begriffen ...

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