Im Jahr 1949 verdrahtet ein Techniker des Air-Force-Projekts MX981, in dem die Folgen abrupten Abstoppens auf den menschlichen Körper getestet werden, einen Signalumformer falsch. Sein Vorgesetzter Captain Edward A. Murphy beschimpft ihn mit den Worten: "If there is any way to do it wrong, he'll find it."
Larry David, die Hauptfigur der US-Sitcom Curb your Enthusiasm, verdrahtet seine sozialen Beziehungen nach der gleichen Maxime. Jede Alltagshandlung führt ihn direkt ins Abseits. Das hat er mit der Figur George Costanza aus Seinfeld gemein – und hier verschwimmen die Grenzen von Realität und Fiktion, denn Larry David hat sich George ausgedacht. Er ist eine reale Person, Co-Autor und Produzent von Seinfeld, und in Curb your Enthusiasm spielt er sich selbst. In den Episoden verdirbt Larry es sich gleichermaßen mit fiktionalen Charakteren und realer Film- und Fernsehprominenz, während er quer durch Los Angeles’ Restaurants, Medienmeetings und Partys auf sein Unglück zusteuert.
Curb your Enthusiasm testet die Folgen seiner abrupten Fehltritte und beobachtet diese in einem dokumentarischen direct-cinema Stil. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches und verstörend komisches Sitcom-Format.
Das Fernsehmuseum zeigt drei ausgewählte Episoden, die zeigen, dass es auch heute möglich ist, gutes Fernsehen zu produzieren. Klar, von einem Startbrett aus wie Seinfeld – aber immerhin hat das ein Sender gewagt, den Gewinn in ein derartig wahnwitziges Format zu investieren. Kurzum: ein bisschen Optimismus in diesem dunklen Fernsehzeitalter …