Ausstellung
Installation und Filmvorführung
Berlin, Galerie WBD
4. - 19.5.2001
Vom 4. bis zum 19. Mai 2001 ist die Gruppe in der Ausstellung „Noch ist nichts zu sehen“ der Berliner Galerie WBD mit 23 Standfotos und dem zugehörigen Super-8-Film „Ich kann Dich nicht mehr sehen“ aus dem Besitz eines der Mitglieder vertreten.
Die Ausstellung hat der Berliner Künstler und Herausgeber Christoph Bannat kuratiert.
Christoph Bannat präsentiert in der Galerie WBD
„Noch ist nichts zu sehen“
4. bis 19. Mai 2001
Sechs Rumtreiber stellen ihre Arbeiten aus. Etwas vornehmer
formuliert kann man die fünf Künstler und eine Architektengruppe
auch als künstlerisch interessierte Rechercheure bezeichnen. Sechs
Rechercheure die gern flanieren und dies auf unterschiedliche Weisen
- in und mit verschiedenen Medien.
Wenn Jan Holger Mauss seine romantisch anmutenden
Schwarzweiss-Parkfotografien ausstellt, ist auf den ersten Blick
nicht zu sichtbar, dass dies Orte mit Doppelfunktionen sind, die
tagsüber als Raum zur Regeneration dienen und bei Dunkelheit von
einer schwulen Kultur als sogenannte „Cruising areas“ besetzt
werden. Plötzlich liest der Betrachter diese Landschaften als
Projektionsflächen und „Tatorte“, entgegen ihrer geplanten urbanen
Intention.
Dort wo sich verschiedene Funktionen im urbanen Raum überschneiden
setzt auch die Recherche der Architektengruppe And8 an. Sie
dokumentiert mit einer Art „Fahrtenschreiber für Fußgänger“, das,
was sie die „lebendige Stadt“ nennen, die Überlagerungen und
Eingriffe von Bürgern in den Stadtraum.
Peter Piller flaniert in der Bundesdeutschen Lokalpresse und
sammelte dort Fotos von Freiflächen, welche zum Bauland erklärt
wurden. Wer sich auf seine Sammlung einlässt, spürt die Machtblitze
der örtlichen Politik die über die Flächen zucken.
Christine Molis, zeigt „einfach“ schöne Naturaufnahmen, die ihrer
Stimmung indifferent zwischen Blühen und Verblühen, Kunst- und
Naturlicht liegen.
Volko Kamensky, führt seinen mehrfach preisgekrönten Film über
französischen und belgische Kreisverkehrplastiken und Skulpturen,
jenes urbane Niemandsland vor, während im Off Interviews mit den
Planern zu hören sind.
„Ich kann dich nicht mehr sehen“ – ein bearbeiteter Super 8
Urlaubsfilm der Hamburger Künstlergruppe Reproducts, rundet die
Ausstellung ab und zeigt das menschliche Antlitz als blinden Fleck.
„Der Blinde Fleck“ ist so etwas wie der Subtext dieser Ausstellung.
Der Blick dieser Künstler zeigt verschiedene Arbeitsmethoden die
Innenwelt der Aussenwelt zu erforschen, ohne zu psychologisieren,
oder in oberlehrerhafte Aufklärungsattitüden zu verfallen.